Projekt
Urbane Digitale Zwillinge: Anwendungsperspektiven für die Stadtentwicklung durch die KI-gestützte Digitalisierung von Bauleitplänen
Zusammenfassung Die Digitalisierung von Planungsprozessen in der Stadtentwicklung erhält durch die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz eine neue Dynamik. Ein sehr aufwendiger Prozess ist die Datenintegration rechtskräftiger Bestandspläne der Bauleitplanung im Datenstandard XPlanung. Damit verbundene Verzögerungen in…
Zusammenfassung Die Digitalisierung von Planungsprozessen in der Stadtentwicklung erhält durch die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz eine neue Dynamik. Ein sehr aufwendiger Prozess ist die Datenintegration rechtskräftiger Bestandspläne der Bauleitplanung im Datenstandard XPlanung. Damit verbundene Verzögerungen in der Einführung digitaler Verfahren für Baugenehmigungen führen zu langen Verfahrensdauern für drängende Bedarfe der Stadtentwicklung. Der Beitrag zeigt auf, wie KI-gestützte Verfahren die Digitalisierung von Plandokumenten beschleunigen können. Anhand ausgewählter Bebauungspläne unterschiedlichen Alters wird deutlich, welche Kennziffern der Bauleitplanung zuverlässig abgebildet und in aktuelle Fachschemata überführt werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass Multimodal Large Language Models (MLLM) heute schon in der Lage sind, textliche und gut maschinenlesbare baurechtliche Festsetzungen in Plänen zu interpretieren. Für das Erkennen unstrukturierter Inhalte (z. B. Überlagerungen von Text und Planzeichen) und georeferenzierter Planinhalte mit topologischen Raumbezügen (z. B. Baulinien) benötigen die MLLMs allerdings noch weitere spezifische Trainingsdaten mit planerischem Domänenwissen. Entsprechende Verbesserungen sind in naher Zukunft zu erwarten, die Effizienz in der Digitalisierung von Planungsprozessen für die Stadtentwicklung wird davon maßgeblich profitieren. Praktische Implikationen ergeben sich vor allem für die Innenentwicklung. Hier sind vermehrt ältere Bebauungspläne vorhanden, die mit einer KI-gestützten Digitalisierung aufbereitet werden könnten. Diese Entwicklung ist eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau von Urbanen Digitalen Zwillingen (UDZs) und deren Anwendungsfelder für eine bestandsorientierte Stadtentwicklung. Neue Normen liefern für den Praxistransfer entsprechendes Orientierungswissen.