Projekt
Transterrestrische Scham: Zur Konstruktion fiktionaler Alien-Bilder in Klassikern der englischsprachigen Science-Fiction-Literatur im 20. Jahrhundert
Die Arbeit analysiert klassische Werke der englischsprachigen Science-Fiction-Literatur des 20. Jahrhunderts im Hinblick auf die fiktionale Konstruktion außerirdischer Wesen. Im Zentrum steht die These, dass Darstellungen von Aliens im Wesentlichen als Spiegelbilder gesellschaftlicher Diskurse, kollektiver Emotionen u…
Die Arbeit analysiert klassische Werke der englischsprachigen Science-Fiction-Literatur des 20. Jahrhunderts im Hinblick auf die fiktionale Konstruktion außerirdischer Wesen. Im Zentrum steht die These, dass Darstellungen von Aliens im Wesentlichen als Spiegelbilder gesellschaftlicher Diskurse, kollektiver Emotionen und Selbstbeschreibungen zu betrachten sind. Mittels einer vergleichenden, hermeneutisch fundierten Analyse ausgewählter Romane – u. a. von H. G. Wells, H. P. Lovecraft, Arthur C. Clarke und Carl Sagan – untersucht die Studie, wie gesellschaftliche Ängste, Hoffnungen und kulturelle Paradigmen die künstlerische Konstruktion fiktionaler außerirdischer Entitäten prägen. Die Analyse erfolgt aus literatursoziologischer, emotionssoziologischer und exosoziologischer Perspektive und unterscheidet die Alien-Darstellungen in drei Grundtypen: feindliche Eroberer, überlegene Wesen und wohlwollende Führer. Dabei zeigt sich, dass außerirdische Figuren als Projektionsflächen transterrestrischer Scham fungieren – eines Gefühls der Unzulänglichkeit angesichts überlegener fremder Intelligenzen. Diese Scham reflektiert nicht nur Identitätskrisen und Verlustängste, sondern auch den Wunsch nach Transformation, Verbesserung und spiritueller Erweiterung. Die literarischen Aliens erscheinen so als narrative Werkzeuge zur Auseinandersetzung mit menschlichen Begrenzungen im biologischen, sozialen, technologischen und existenziellen Sinne.