Wissenschaftlerin mit Pipette in einem hellen biomedizinischen Labor

Projekt

Vegetative Symptome bei Long-Covid: Vergleich und Langzeitverlauf bei Patient*innennach 6-12 sowie nach 18-24 Monaten nach Infektion

Hintergrund: Während der bestehenden Coronapandemie lag der Fokus vor allem auf der akuten Infektion, ihrer Behandlung und der Verhinderung dieser. Mit der Zeit rückten jedoch nach und nach auch die Folgen einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 in den Blick der Gesellschaft und Wissenschaft. Immer mehr Fälle von anhalt…

Hintergrund: Während der bestehenden Coronapandemie lag der Fokus vor allem auf der akuten Infektion, ihrer Behandlung und der Verhinderung dieser. Mit der Zeit rückten jedoch nach und nach auch die Folgen einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 in den Blick der Gesellschaft und Wissenschaft. Immer mehr Fälle von anhaltenden oder neuaufgetretenen Symptomen wurden bekannt und es entstand das komplexe und multidimensionale Krankheitsbild Long-Covid. Aufgrund der bisher geringen Forschung und der Komplexität dieser Erkrankung gibt es leider bis heute noch viele offene Fragen. Ziel: Ziel dieser Arbeit ist zum einen der Vergleich zwischen einer Fallgruppe mit Long-Covid und einer Kontrollgruppe. Zum anderen wird der longitudinale Vergleich von Probandinnen zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten betrachtet. Der Fokus liegt jeweils auf den Ergebnissen der HRV-Messungen. Methode: Die Untersuchungen fanden im Rahmen der medizinisch-diagnostischen Querschnittsstudie EPILOC statt. Dabei wurden in mehreren Phasen diverse diagnostische Tests, Fragebögen und Untersuchungen durchgeführt. In dieser Arbeit werden dabei 185 Probandinnen aus der Phase 3b der Studie analysiert, die anhand verschiedener Kriterien in eine Fall- und Kontrollgruppe sowie eine in der Auswertung exkludierten Intermediategruppe eingeteilt wurden. Zudem wurden 153 Personen, die sowohl in Phase 2 als auch in Phase 3b an den Untersuchungen teilgenommen haben, betrachtet. Ergebnisse: Im Vergleich zwischen der Fall- und Kontrollgruppe aus Phase 3b ergaben sich vereinzelte statistisch signifikante Unterschiede der Ruhe-HRV Parameter jedoch nicht bei denen der RSA-Messung. Der COMPASS-31 Fragebogen zeigte bei allen Teilbereichen sowie dem Gesamtscore signifikante Unterschiede zwischen Fall- und Kontrollgruppe. Zudem zeigt sich eine geringe Korrelation zwischen BMI bzw. dem COMPASS31-Fragebogen mit HRV-Ergebnissen. Im longitudinalen Vergleich zeigten sich bei allen Gruppen Verbesserungen der Mittelwerte, die jedoch keine eindeutige statistische Signifikanz zeigen. Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass die HRV-Messung allein nicht ausreichend in der Diagnostik und Bewertung von Long-Covid sowie der longitudinalen Entwicklung der Erkrankung ist. Der COMPASS-31 Fragebogen eignet sich hingegen sehr gut zur Erfassung der autonomen Dysfunktion.