Projekt
Ist der Einsatz digitaler Technologien der Gamechanger für die chirurgische Weiterbildung der Zukunft? Eine deutschlandweite Analyse
Zusammenfassung Hintergrund Der Einsatz digitaler Technologien gewinnt in der Medizin zunehmend an Bedeutung und beeinflusst maßgeblich die Entwicklungen in der Chirurgie. In der chirurgischen Aus- und Weiterbildung besteht jedoch ein großer Nachholbedarf, um junge Chirurg:innen adäquat auf die damit verbundenen Herau…
Zusammenfassung Hintergrund Der Einsatz digitaler Technologien gewinnt in der Medizin zunehmend an Bedeutung und beeinflusst maßgeblich die Entwicklungen in der Chirurgie. In der chirurgischen Aus- und Weiterbildung besteht jedoch ein großer Nachholbedarf, um junge Chirurg:innen adäquat auf die damit verbundenen Herausforderungen vorzubereiten. Ziel der Arbeit Ziel der vorliegenden Studie ist die Analyse von Bedeutung, Einsatz und Einfluss des Einsatzes digitaler Technologien auf die Attraktivität als Weiterbildungsstandort in der Chirurgie in Deutschland. Material und Methoden Von April bis September 2024 erfolgte die Durchführung einer Onlinebefragung mit insgesamt 12 offenen ( n = 2) und standardisierten ( n = 10) Fragen. Die geschlossenen Fragen konnten auf einer Likert-Skala von ein 1 (trifft vollkommen zu) bis 5 (trifft überhaupt nicht zu) beantwortet werden. Der Fragebogen wurde über den E‑Mail-Verteiler der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und deren Social-Media-Kanäle versandt. Ergebnisse Insgesamt 97 Antwortdatensätze wurden analysiert. Die Mehrzahl der Teilnehmenden war zum Analysezeitpunkt in der Viszeralchirurgie tätig, ( n = 54, 64 %) überwiegend an nichtuniversitären Kliniken ( n = 49, 58 %). 19 % befanden sich in Weiterbildung. Bei der Wahl der aktuellen Tätigkeitsstätte legten 44 % viel Wert auf eine fortgeschrittene Digitalisierung. 61 % gaben an, generative KI noch gar nicht genutzt zu haben. Zugang zu einer kurrikulären Weiterbildung an OP-Robotern haben nur 9 % der Ärzt:innen in Weiterbildung (ÄiW). Ein Standortwechsel zu einem Standort mit mehr Medizintechnik kommt für 19 % in Betracht. Während 26 % der Studienteilnehmer:innen sich selbst von einem KI-basierten Roboter operieren lassen würden, können sich 46 % der Teilnehmenden vorstellen, diese Technik bei ihren Patient:innen zu nutzen. Diskussion Die vorliegende Analyse gibt einen Einblick über die Bedeutung und den Einsatz digitaler Technologien in der Chirurgie in Deutschland. Es zeigen sich insbesondere Defizite bei der Anwendung KI-basierter Methoden, einer flächendeckenden Versorgung mit digitalen Technologien sowie dem Zugang von ÄiW zu einer innovativen kurrikulären Weiterbildung. Die Ergebnisse bestätigen zudem die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Thematik weiter zu steigern und die Reichweite der DGCH über die sozialen Medien zu erhöhen. Graphic abstract